Die Brüchigkeit menschlicher Ordnung – die Theatergruppe der Oberstufe führt Theresa Sperlings „Elektra“ auf

Elektra? Wer kennt Richard Strauß‘ Oper, wer die Dramen von Hugo von Hofmannsthal und Gerhart Hauptmann, wer die antiken Tragödien von Sophokles und Euripides, wer die Stücke von Jean Giraudoux, Jean-Paul Sartre und Eugene O’Neill? Allzu viele werden es wohl nicht sein und die Dramenfassung von Theresa Sperling dürfte gänzlich unbekannt sein. Und so gab es einiges zu entdecken für die, die den Weg in die Aula des Gymnasiums nicht gescheut hatten. Nicht allein die beeindruckenden Leistungen der Schauspielerinnen und Chorsänger, nicht allein das gelungene Bühnenbild und die in sich stimmige, stimmungsvolle Inszenierung konnten überzeugen. Konfrontiert mit dem antiken Mythos der Elektra, wurde erfahrbar, wie brüchig menschliche Ordnung ist, immer schon gewesen ist. Ob im vorklassischen Mykene oder im 21. Jahrhundert: Eine friedvolle, dem Menschen freundliche Welt bleibt Wunschtraum und Auftrag.

Hans-Peter Meding