Daniel Grabinger

Als Regionalsieger im Wettbewerb 'Jugend debattiert' durfte unser Abiturient Daniel Grabinger am Landesfinale im Maximilianeum teilnehmen. In einem Interview für unsere Homepage schildert er seine Eindrücke.

Interview mit Daniel Grabinger, der als Sieger des Regionalwettbewerbs die Region „Oberbayern West“ im Landeswettbewerb von „Jugend debattiert“ vertreten hat und dort als Finalist ein herausragendes Ergebnis erzielt hat. Daniel besucht die 12. Jahrgangsstufe unseres Gymnasiums. 

Hallo Daniel, herzlichen Glückwunsch! 

Wie hast du reagiert, als du erfahren hast, dass du im Landesfinale von „Jugend debattiert“ stehst. 

Daniel: Im ersten Moment freut man sich natürlich sehr, vor allem auch weil es eine Bestätigung dafür war, dass das Üben und die Vorbereitung, in die man viel Zeit investiert hat, etwas gebracht hat. Und man ist natürlich auch stolz auf sich und freut sich, die Schule im Finale vertreten zu können. 

Hast du mit der Finalteilnahme gerechnet? 

Daniel: Damit gerechnet habe ich nicht, das wäre zu hoch gegriffen. Gute Chancen habe ich mir allerdings erhofft, da meine Debatten im Vorfeld gut gelaufen sind und man natürlich den Vergleich mit den anderen Debattanten hat, die man aus dem Rhetorikseminar der Regionalsieger kennt. 

Wie war es, im Bayerischen Landtag vor zahlreichen Zuschauern und unter den Augen des Kultusministers Bernd Sibler sowie des Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet zu debattieren? 

Daniel: Es war spannend und hat Spaß gemacht. Deutlich mehr Spaß hätte es jedoch gemacht, wenn es besser gelaufen wäre, da die Finaldebatte nicht meine stärkste war. Trotzdem war es eine gute Erfahrung. 

Woran lag es, dass du im Finale nicht an deine sehr guten Leistungen in den Vorrunden anknüpfen konntest?

Daniel: Wir haben im Finale über die Frage debattiert, ob –  wie in Frankreich –  auch hierzulande Lebensmittelmärkte verpflichtet werden sollten, nicht mehr verkäufliche, aber noch essbare Lebensmittel an Hilfsorganisationen abzugeben. Diese Fragestellung habe ich als schwierig empfunden und sie hat meiner Meinung nach die Contra-Seite etwas begünstigt, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so scheinen mag. So haben mir weder das Thema noch die Pro-Seite, die ich vertreten musste, besonders gelegen. Auch war ich auf das Thema am wenigsten vorbereitet. 

Welches der drei vorzubereitenden Themen lag dir am meisten? 

Daniel: Am interessantesten fand ich die Frage, ob die Bekämpfung von Einsamkeit wie in Großbritannien zur Regierungsaufgabe gemacht werden soll, weil sie auf eine sehr grundsätzliche Debatte über die Staatsaufgaben abzielte. Als Debattant musste man einen Standpunkt zu der Frage einnehmen, ob der Staat für die emotionale Lage der einzelnen Individuen verantwortlich ist, oder nicht. Das Debattieren von derartigen Grundsatzfragen macht für mich den Reiz von „Jugend debattiert“ aus. 

Was gefällt dir am Debattieren? 

Daniel: Zum einen gefällt mir am Debattieren, dass man verschiedene Sichtweisen zu einem Thema kennenlernt und man so immer etwas dazu lernt. Zum anderen mag ich es, mich mit anderen in einem in gewisser Weise sportlichen Wettkampf auseinanderzusetzen. 

Kannst du Schülerinnen und Schülern empfehlen, am Wettbewerb „Jugend debattiert“ teilzunehmen? 

Daniel: Auf jeden Fall sollte man am Wettbewerb teilnehmen. Das hat drei Gründe. Es macht wirklich Spaß zu debattieren und bringt einem etwas fürs Leben, weil es in vielen Lebenslagen sehr nützlich ist, wenn man gut argumentieren kann und man rhetorisch geschickt ist. Außerdem lernt man viele neue Leute kennen, was echt cool ist. Ich habe im Regionalwettbewerb, dem Rhetorikseminar der Regionalsieger und dem Landeswettbewerb wertvolle Kontakte geknüpft, die ich mit Sicherheit auch weiterhin pflegen werde. 

Hast du Tipps für zukünftige Debattanten? 

Daniel: Wenn man auf der Wettbewerbsebene weiterkommen möchte, sollte man sich von Anfang an damit auseinandersetzen, was genau eine Debatte bewirken soll. Zudem sollte man nicht zu floskelhaft sprechen, sondern immer versuchen, in die Tiefe zu gehen. Dafür braucht man ein fundiertes Faktenwissen. Man muss sich also intensiv mit den einzelnen Themen auseinandersetzen und sich gut auf die Debatten vorbereiten. 

Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für das bevorstehende Abitur.  

(Das Interview führte Janina Rapp)